Was ist ein
Cochlea-Implantat?

Cochlea-Implantate und Hörverlust

Cochlea-Implantat
Cochlea-Implantat

Das erste Hörgerät, das mit einem ähnlichen Grundgerüst arbeitet, wurde im Jahr 1961 in Kalifornien von Dr. William House entwickelt. Nach zahlreichen Experimenten und Weiterentwicklungen erlangte die Technologie schließlich ihren medizinischen Durchbruch – entgegen der Meinung vieler, dass sie nicht funktionieren würde. Zahlreiche Mediziner folgten seinem Beispiel und setzen Cochlea-Implantate heute immer einfacher und in kürzerer Zeit ein. Patienten mit einem Cochlea-Implantat müssen sich nicht nur einem medizinischem Eingriff unterziehen. Es ist auch notwendig, dass sie ihr Gehör mit dem Implantat völlig neu trainieren.

Lag vor der Operation ein langanhaltender und hochgradiger Hörverlust vor, kann das Einsetzen eines Cochlea-Implantats keine Garantie für ein wieder voll funktionstüchtiges Gehör sein. Ob ein Cochlea-Implantat eingesetzt werden kann, hängt von der körperlichen und psychischen Verfassung des Patienten und des Beschädigungsgrades der Cochlea ab. Bei der Operation selbst handelt es sich in der Regel um einen kurzen Eingriff, der nicht länger als einige Stunden dauert. Nachdem der Patient ausreichend narkotisiert ist, setzt der Chirurg das mikroskopisch kleine Implantat hinter dem Ohr am Schläfenknochen ein. Ein weiterer Schnitt wird in der Cochlea gesetzt, um die Elektroden zu verbinden. Der Eingriff birgt in der Regel keine Risiken, die Heilung beträgt im Schnitt vier bis fünf Wochen.

Die Kosten für ein Hörimplantat belaufen sich auf circa 40.000 Euro, inklusive notwendiger Reha-Maßnahmen. Bei einer Indikation durch den HNO Arzt werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Wie finde ich heraus, ob ein Cochlea-Implantat für mich infrage kommt?

Zunächst einmal sollten Sie sich an einen Facharzt wenden, wenn Sie den Eindruck haben, Probleme mit Ihrem Gehör zu haben. Er berät Sie eingehend zu allen medizinischen Möglichkeiten und so auch zu der Frage, ob ein Cochlea-Implantat für Sie infrage kommt. Im Folgenden finden Sie einige Informationen über den Personenkreis, für den eine solche Operation infrage kommt und die am häufigsten von ihr profitieren. Ein schwerwiegender Hörverlust auf beiden Ohren lässt sich in vielen Fällen ausschließlich mit einem Cochlea-Implantat behandeln. Vor allem Menschen, die Ihr Gehör verloren haben, nachdem sie sprechen gelernt haben, profitieren von einem Hörimplantat.

Für Patienten, die seit ihrer Geburt taub sind, wird ein Cochlea-Implantat mit hoher Wahrscheinlichkeit das Hörvermögen nicht zurückbringen. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass das Gehirn normalerweise nicht dazu in der Lage ist, das Hören wieder zu „erlernen“. Erfolgreich verlaufenden CI-Eingriffe im Allgemeinen bei Patienten, die in einem guten physischen und psychischen Zustand sind. Die besten Chancen, Ihr Gehör weitgehend wiederzuerlangen und die Reha-Maßnahmen nach der Operation erfolgreich zu meistern, haben Sie, wenn Sie dem Eingriff mit einer positiven Grundeinstellung gegenüberstehen. Eine umfassende medizinische Beurteilung vom Facharzt im Vorfeld ist in jedem Fall unerlässlich. Es sollte ausgeschlossen werden, dass medizinische Indikationen den Eingriff riskant und die Nachversorgung problematisch machen. Das lässt sich nur durch eingehende Beratungen durch einen Hörakustiker und Untersuchungen von Fachärzten ausschließen.

Quellen:
www.bundestag.de/resource/blob/562774/3e41a2ce1f41897e55821f878dc37897/wd-9—016-18-pdf-data.pdf
www.cochlear.com/de/