Hörsysteme

Hörsysteme mit audibene anschaulich erklärt

Hören bedeutet mehr als nur die Verarbeitung von Geräuschen und Tönen. Durch das Ohr wird uns der Austausch mit anderen Menschen ermöglicht. Es hilft uns dabei, uns im Raum zu orientieren, unsere Umwelt einzuschätzen, gibt uns Orientierung. Das wird uns oft erst bewusst, wenn der Hörsinn tatsächlich angegriffen ist und wir auf Hörsysteme angewiesen sind.

Der Leidensdruck von Menschen mit Schwerhörigkeit (Hypakusis) ist groß. Sie schaffen es nicht mehr, Gesprächen zu folgen, meiden deshalb große Gruppen und Umgebungen mit schwierigen akustischen Bedingungen, haben Schwierigkeiten, sich im Alltag allein zurechtzufinden. Sie fühlen sich von der Außenwelt oftmals isoliert und abgehängt.

Dabei stehen Betroffene nicht alleine da: 17 bis 20 Millionen Menschen in Deutschland haben Schätzungen zufolge eine Hörminderung. Das sind etwa ein Viertel aller Bürger. Die Ursachen von Schwerhörigkeit sind vielfältig: Manchmal tritt sie sehr plötzlich auf, in anderen Fällen entwickelt sie sich über Jahre und sogar Jahrzehnte, sie kann ein oder beide Ohren treffen und verschieden stark ausgeprägt auftreten.

Was sind überhaupt Hörsysteme?

Hörsysteme, auch bekannt als Hörgeräte, sind elektronische Geräte, welche aus einem Mikrofon, einem Verstärker und einem Lautsprecher bestehe. So können Menschen mit einer Hörminderung besser Hören. Das Mikrofon empfängt dabei die Schallwellen aus dem Umfeld und wandelt diese in elektrische Impulse um. Abhängig vom vorliegenden Hörverlust werden die verschiedenen Signale verstärkt und schließlich an den Lautsprecher weiter übertragen. Solche Systeme sind mittlerweile intelligente Hightechgeräte und in der Lage, individuell auf unterschiedlichste akustische Herausforderungen zu reagieren. So stellen moderne Hörsysteme sicher, dass jeder denkbare Umstand (z.B. Windgeräusche oder eine komplexe Gesprächssituation, in der durcheinander gesprochen wird) bestmöglich verarbeitet werden kann.

Wie funktionieren moderne Hörgeräte?

Moderne Hörsysteme funktionieren binaural. Das heißt, dass die beiden Hörgeräte links und rechts per Funkverbindung praktisch eine Einheit bilden, was Ihre räumliche Orientierung deutlich verbessert. Hörgeräte der neuen Generation, wie das ReSound LiNX, das Signia NX oder das Oticon Opn, lassen sich intuitiv über Ihr Smartphone steuern. Für die volle Bewegungsfreiheit in der Freizeit sind viele aktuelle Geräte mit einer Spezialschicht versehen. Dadurch bleiben sie selbst bei starkem Regen dicht und sind auch vor dem Eindringen von Staub, Cerumen (Ohrenschmalz) und anderen Verschmutzungen geschützt.

Ein weiterer Pluspunkt liegt im Design moderner Hörgeräte. So wurden verschiedene dieser Geräte von herstellenden Unternehmen wie Oticon, Signia oder ReSound mit renommierten Design-Preisen ausgezeichnet.

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO)

HdO-Geräte finden hinter dem Ohr Platz. Bei der Klangweiterleitung vom Hörgerät zum Ohr gibt es mehrere mögliche Varianten bei der Ausstattung:

HdO-Hörgeräte mit normalem Hörschlauch: Das Hörgerät wird hinter dem Ohr getragen, ein Schallschlauch führt vom Gehäuse zu einem maßgefertigen Ohrpassstück (Otoplastik).

HdO-Hörgeräte mit dünnem Schlauch (SlimTube – ST): Dieses Hörgerät ist der Variante mit dem normalem Schlauch recht ähnlich mit dem Unterschied, dass der Hörschlauch hierbei äußerst dünn ausfällt. Dadurch ist er noch dezenter und fällt anderen noch weniger auf.

HdO-Hörgerät mit externem Hörer (Receiver in Canal – RIC): Bei einem RIC-Hörgerät ist der Hörer ausgelagert. Dadurch hat das Gehäuse ein geringeres Gewicht und der Ton wird näher am Trommelfell verstärkt.

Aktuelle Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte besitzen Komfortmerkmale, die sich direkt beim Tragen bemerkbar machen. Sie sind klein in den Abmessungen, gering beim Gewicht und können für gewöhnlich optisch an die bevorzugte Farbe angepasst werden. Dadurch fallen sie beim Tragen so gut wie gar nicht mehr auf, verfügen aber dennoch über viel Leistungskraft. Ein Vorteil von HdO-Hörgeräten ist, dass sie sich für so gut wie jeden Hörverlust eignen. Im-Ohr-Hörsysteme werden hauptsächlich bei leicht- und mittelgradigen Hörverlusten eingesetzt, während HdOs sich ebenfalls für eine hochgradige Hörschwäche eignen. Insgesamt lassen sich 90% aller deutschen Hörgeräteträger durch ein HdO-Hörgerät versorgen.

Im-Ohr-Hörgeräte (IdO)

Im-Ohr-Hörsysteme (IdO) werden im Gehörgang platziert. Dadurch ist mit ihnen eine unauffällige Nutzung möglich, bei der andere so gut wie gar nicht mitbekommen, dass sich überhaupt etwas in Ihrem Ohr befindet. Damit das Hörgerät auch wirklich fest im Gehörgang sitzt, muss es ganz individuell auf die Form des entsprechenden Ohres angepasst werden. In der Regel eignen sich IdOs für Menschen mit einem leichten bis mittleren Hörverlust. In der Summe werden diese Geräte von etwa 10% aller deutschen Träger verwendet. Im-Ohr-Hörgeräte werden in drei verschiedene Bauformen unterteilt:

Concha-Hörgeräte: Diese Geräte finden im sichtbaren Teil des Gehörgangs Platz und sind für gewöhnlich die größten IdO-Geräte. Dadurch sind sie weitaus weniger unauffällig als beispielsweise ein CIC-Hörgerät. Dennoch haben sie den Vorteil, dass sie z.B. einfacher zu bedienen und pflegen sind.

Gehörgangs-Hörgeräte (in the canal – ITC): Solche Hörsysteme fallen etwas kleiner als das Concha-Hörgerät aus und stecken noch tiefer im Gehörgang des Trägers. Diese Art von Hörgeräten eignet sich für leichte bis mittlere Hörminderungen.

CIC-Hörgeräte (completely in the canal – CIC): Sogenannte CIC-Hörgeräte werden noch tiefer im Gehörgang platziert, sodass sie für Außenstehende so gut wie unsichtbar sind. Die geringe Größe erfordert auch eine kleine Batterie, die relativ häufig ausgetauscht werden muss. Hörgeräte dieser Art sind für den Einsatz bei einer leichten Schwerhörigkeit geeignet.

Vorteile von Hörsystemen

Sie passen sich an Ihre Umgebungen an

Störgeräuschunterdrückung
Ihr Hörgerät erkennt störende Geräusche und blendet sie automatisch aus. Führen Sie entspannte Gespräche selbst in lauten Umgebungen, ohne dass störende Umgebungsgeräusche Sie ablenken.

Windgeräuschunterdrückung
Frühere Hinter-dem-Ohr-Geräten verstärkten Windgeräusche oft noch. Moderne Hörgeräte unterdrücken störendes Rauschen. Sie genießen wieder Ihre Zeit im Freien – sogar wenn es stürmt.

Nachhallunterdrückung
Bei Gesprächen in großen Räumen (z.B. in der Kirche) kann es zu Problemen beim Sprachverstehen kommen. Die Unterdrückung des Nachhalls vermindert diesen Effekt deutlich.

Sie verbessern Ihr Sprachverstehen

Sprachanhebung
Ihre Hörgeräte erkennen automatisch, wann es sich um eine Stimme oder ein Störgeräusch handelt. Die Worte Ihres Gesprächspartners heben moderne Hörgeräte akustisch für Sie hervor und blenden gleichzeitig Hintergrundlärm wie Geschirrklappern aus.

Richtmikrofone
In aktuellen Hörgeräten sind Richtmikrofone verbaut, die auf Ihren Gesprächspartner ausgerichtet werden. Durch diese können Sie selbst in lautstarken Umgebungen Gespräche bequem führen.

Brauche ich ein Hörgerät?

Ein Hörgerät muss in der heutigen Zeit keine Last sein: Es soll Freude machen und einen Teil der verloren gegangenen Freiheit zurückholen.

Zunächst kann Ihr Hausarzt oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt das betroffene Ohr untersuchen und eventuelle andere Ursachen, wie zum Beispiel einen Ohrenschmalzpfropf, entfernen. In einem solchen Fall ist die Verwendung eines Hörsystems in der Regel nicht erforderlich.

Falls die Beeinträchtigung allerdings weiter fortbesteht, lässt sich mit Hilfe eines Hörtests ein Tonaudiogramm erstellen, welches genau aufschlüsselt, innerhalb welches Frequenzbereiches das Gehör des Betroffenen beeinträchtigt ist. Bei der häufig auftretenden Altersschwerhörigkeit sind dies zum Beispiel besonders die hohen Frequenzen.

Kostenlose Beratung

Wenn Sie auf der Suche nach einem passenden Hörsystem sind, dann rufen Sie uns an! Unsere audibene-Experten helfen Ihnen gerne dabei, das für Sie passende Model zu finden. Hierzu erstellen unsere Akustiker gemeinsam mit Ihnen eine erste Höranalyse am Telefon. Wo liegen Ihre Hörschwächen? Was wünschen Sie sich von Ihren künftigen Hörsystemen? Diese und weitere Fragestellungen werden gemeinsam mit Ihnen besprochen und so ein individuelles Anforderungsprofil ausgearbeitet. Der zweite Schritt der Anpassung erfolgt dann bei einem Hörakustiker ganz in Ihrer Nähe, wie z.B. in Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Dresden oder Braunschweig. Der Akustiker ist bereits im Vorfeld von uns über Ihre Bedürfnisse informiert worden, sodass er über alle relevanten Daten verfügt. Im finalen Schritt schließlich findet die Feineinstellung Ihrer Hörgeräte statt, ebenfalls bei dem Akustiker in Ihrer Nähe. Während der gesamten Anpassungsdauer stehen Ihnen unsere audibene-Fachleute helfend zur Seite.

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