Hörverlust
in Deutschland

Aufgrund der in der Gesellschaft immer weiter steigenden Lebenserwartung und rückläufiger Geburtenraten altern die Deutschen. Mit der zunehmenden Zahl älterer Menschen steigt auch die Anzahl der Menschen mit Hörminderung an. Damit sind Menschen gemeint, bei denen einen Hörverlust von über 35 Dezibel festgestellt wurde. Verstärkt wird diese gesellschaftliche Entwicklung durch den immer früher festzustellenden Hörverlust. Erhöhte Lärmbelastung ist hier häufig der ausschlaggebende Faktor. Experten schätzen, dass weltweit rund 460 Millionen Menschen von einem sogenannten „disabeling Hearing loss“ betroffen sind.

Immer mehr Betroffene informieren sich aber aktiv über die neuen Medien, um präventive Maßnahmen ergreifen zu können oder mehr über Hörgeräte zu erfahren. Dabei kommt zum Tragen, dass einerseits immer mehr „Best Ager“ online-Medien nutzen und andererseits nach und nach die „Baby-Boomer“ das fortgeschrittene Alter erreichen. Sie sind die erste Generation, die mit der neuen Informationstechnologie alt geworden ist und diese auch gerade im Gesundheitsbereich oft nutzen.

Hörminderung: Zahlen für den deutschsprachigen Raum

Laut einer Statistik des Deutschen Schwerhörigenbund e.V. von 2015 sind 15,6 Millionen Personen über 14 Jahren in Deutschland von Schwerhörigkeit betroffen. Bei über 72 Millionen Deutschen in 2015 über 14 Jahren macht das etwa 22% der Einwohner, die nicht mehr gut hören können und früher oder später auf akustische Hilfsmittel angewiesen sind.

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Gründe und mögliche Langzeitfolgen

Wie der größte Teil der menschlichen Nervenzellen sind auch die Nervenzellen im Innenohr nicht regenerationsfähig. Die sinkende Zahl der Nervenzellen führt zu Hörminderung und den damit verbundenen, oft unterschätzten Folgen. Wegen des schleichenden Prozesses bemerken nur Wenige bewusst den Anfang ihrer Altersschwerhörigkeit und dass Sie Hörgeräte benötigen. Zwei Aspekte sollte unsere Gesellschaft ernster nehmen: Gründe, die zu Hörverlust führen, und die Langzeitfolgen für Menschen mit Hörverlusten.

Interessant ist beispielsweise, dass neben lauter Musik und Dauerbeschallung auch das Rauchen zum Hörverlust beitragen kann. Japanische Forscher veröffentlichten hierzu 2018 Studienergebnisse, die belegen, dass es einen belegbaren Zusammenhang zwischen Nikotinkonsum und Hörverlust gibt. Und die Thematik ist keineswegs zu unterschätzen: Schon die eingeschränkten Möglichkeiten, ohne Hörgeräte an Gesprächen teilzunehmen, hat meist tiefe soziale Einschnitte zur Folge. Doch auch das Risiko an Demenz oder Depressionen zu erkranken oder Unfälle zu erleiden steigt gerade bei älteren Menschen mit Hörminderung. Somit wirkt sich das Thema Hörverlust und kompensierende Hörgeräte nicht nur auf die Betroffen selbst aus, sondern muss auch im ökonomischen Gesamtumfeld betrachtet werden.

Tinnitusentwicklung

Drei Millionen Deutsche haben gemäß Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga ein dauerhaftes Ohrgeräusch – den sogenannten Tinnitus. Mehr als die Hälfte der Betroffenen fühlt sich vom Tinnitus jedoch beeinträchtigt, manche verzweifeln daran sogar: Sie können sich kaum auf ihre Arbeit konzentrieren, leiden unter Schlafmangel oder entwickeln gar eine Depression. Nach intensiven Forschungen gibt es inzwischen Lichtblicke: Bundesweit bieten Kliniken Behandlungen für Tinnitus-Patienten, oft mit verhaltenstherapeutischer Herangehensweise. Beispielsweise erlernen Patienten am Berliner Tinnituszentrum der Charité die Lenkung der Aufmerksamkeit auf andere Dinge als ihr störendes Ohrgeräusch. Bis zu 90 Prozent der Patienten werde hier laut Chefärztin Brigitte Mazurek geholfen. Da aber nicht alle Menschen mit Tinnitus gleichermaßen darauf ansprächen, komme es laut Mazurek darauf an, jeweils die individuell richtige und zielführende Mischung von verschiedenen Therapieansätzen zu finden.

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Prävention und Hörgeräte

Wer kennt das Problem nicht in seinem privaten Umfeld? Nach und nach muss man lauter sprechen und der Angesprochene versteht doch immer weniger. Viele gewöhnen sich an den Hörverlust und nehmen ihn als naturgegeben hin – lehnen aber helfende Hörgeräte nachdrücklich ab oder setzen die Hörhilfen nicht ein. Manche leugnen auch, wenn sie von Freunden oder Familienangehörigen darauf hingewiesen werden. Wichtig sind – vor allem auch präventiv – regelmäßige Hörtests.

Einmal im Jahr sollte bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt ein Hörtest gemacht werden. Dies ist die einzige Möglichkeit, einen Hörverlust so früh wie möglich zu erkennen und die nötige Unterstützung verordnet zu bekommen. Denn der Prozess der weiteren Hörminderung ist beeinflussbar. So können unangenehme Situationen, soziale Isolation oder Folgeerkrankungen wie Depression oder Demenz vorgebeugt werden können. Denn Schwerhörigkeit erhöht beispielsweise das Demenzrisiko um das Doppelte bis Fünffache. Moderne Hörgeräte helfen zuverlässig und befreien das Gehirn vom Dauerstress, die Hörminderung irgendwie kompensieren zu müssen. Der wichtigste Tipp aber bleibt: Lärm vermeiden ist das A und O für Alle, die ihren Hörnerven dauerhaft etwas Gutes tun möchten. Laute Geräusche beschleunigen die Alterung der Hörorgane.

Quellen:

  • www.schwerhoerigen-netz.de/statistiken/
  • www.aerzteblatt.de/nachrichten/95707/Frueher-Hoerverlust-koennte-Demenz-beguenstigen/
  • https://www.zeit.de/2016/34/tinnitus-ohr-dauerton-therapie
  • www.n-tv.de/wissen/Schwerhoerigkeit-beguenstigt-Demenz-article20881532.html/