Große Hollywood-Karriere mit Hörgerät: Bei der Premiere seines neuen Films “Django Unchained” von Kultregisseur Quentin Tarantino überraschte der österreichische Schauspieler Christoph Waltz Mitte Januar in Berlin mit seinem offenherzigen Geständnis ein Hörgerät zu tragen.
Reporter hatten einen knapp einen Millimeter dicken Schlauch an seinem rechten Ohr entdeckt, der das Hinter-dem-Ohr (HdO) Hörgerät des Oscar-Preisträgers mit dem im Gehörkanal befindlichen Hörer verbindet. Darauf angesprochen klärte der Hollywoodmime die Fragenden vollkommen unaufgeregt über seine einseitige Hörgeräteversorgung auf: “Ich habe ein beschädigtes Gehör”, sagte er.

Christoph Waltz ist das jüngste Beispiel für prominente Hörgeräteträger, die auf ganz natürliche Art und Weise über ihr vermeintliches Handycap berichten. Ihren Karrieren in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen wie Musik, Film und auch Politik steht ihre Schwerhörigkeit ganz offenbar nicht im Weg.

Vor Waltz haben sich auch schon der britische Musik-Weltstar Phil Collins, die US-amerikanische Schauspielerin Jodie Foster, sowie der einst mächtigste Mann der Welt, Ex-Präsident Bill Clinton, öffentlich als Hörgeräteträger geoutet. Auch in Deutschland ist Schwerhörigkeit und die Verwendung von Hörgeräten schon lange kein Tabuthema mehr: Der Entertainer Roberto Blanco und der Schauspieler Mario Adorf sind nur einige von zahlreichen prominenten Beispielen, die jeglichen Vorurteilen zum Trotz ihre Schwerhörigkeit öffentlichen machten.

Hörgeräteträger immer jünger

Hörgeräte Spotlight

Dass Schwerhörigkeit kein Einzelphänomen, sondern eine gesellschaftliche Realität ist, beweisen die Statistiken: Allein in Deutschland sind mindestens ca. 14 Millionen Menschen von dauerhafter Hörminderung betroffen. Jedoch nur 2,8 Millionen von ihnen tragen bisher schon ein Hörgerät.
Die überwiegend durch natürlichen Verschleiß verursachten Schäden an den feinen Haarsinneszellen im Innenohr treten meist schon zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auf. Nahezu jeder dritte Deutsche über 50 Jahren, der demographisch am stärksten wachsenden Altersgruppe, ist schwerhörig.
Im Schnitt konsultieren sie jedoch erst rund zehn Jahre später einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) oder besuchen einen Hörgeräteakustiker. Die Symptome der Hörschädigung können sich in dieser Zeit irreparabel verstärken.

Allerdings – und auch dieser Trend zeigt, dass die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber Hörgeräten deutlich zurückgehen – entscheiden sich Schwerhörige inzwischen zunehmend früher für ein Hörgerät. Auch hier ist Christoph Waltz mit nur 56 Jahren ein prominentes Vorbild und Beispiel.

Hörrohr statt digitaler Technik

Von den Möglichkeiten moderner Hilfsmittel haben frühere Zeitgenossen nicht einmal zu träumen gewagt. Schwerhörigkeit ist schließlich kein Phänomen der Moderne, sondern trat schon immer im Laufe der Menschheitsgeschichte auf.
„Der neidische Dämon hat meiner Gesundheit einen schlimmen Streich gespielt, nämlich mein Gehör ist seit drei Jahren immer schwächer geworden […]“, bekannte Ende des 18. Jahrhunderts der noch junge deutsche Komponist Ludwig van Beethoven.
Bereits mit knapp 30 Jahren hatte der Hochbegabte Symptome einer zunehmenden Schwerhörigkeit festgestellt und engsten Vertrauten gegenüber auch die Umstände der sozialen Isolation – die heutzutage sogar wissenschaftlich nachweisbar ist –beschrieben.

Ursache: Nasse Dreharbeiten

Adäquate Hilfsmittel standen den Medizinern der damaligen Zeit selbstverständlich noch nicht zur Verfügung. Stattdessen bekam Beethoven Ohrentropfen aus Mandel-Öl und lauwarme Donaubäder verschrieben. Erst als seine Schwerhörigkeit bereits weit fortgeschritten war, wurde dem Komponisten ein Hörrohr als Hilfsmittel verschrieben. Die blechernen Trichter waren gewissermaßen die antiken Vorgänger der heutigen Hörgerätetechnik. Mit den Leistungsmerkmalen moderner, digitaler Hörsysteme haben sie dennoch ganz und gar nichts mehr gemein. Zum Glück! – mag man ausrufen. Denn welcher Weltstar würde sich heute schon gern freiwillig einen Hörtrichter auf dem roten Teppich ans Ohr halten, um die Fragen neugieriger Reporter verstehen zu können?
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