Eine Detonation, die mindestens 10.000-mal so stark war wie die Hiroshima-Atombombe, verursacht von einem gigantischen Vulkanausbruch auf der Insel Krakatau: Die Eruption im indischen Ozean gilt nicht nur als einer der gewaltigsten Vulkanausbrüche der Neuzeit – sondern verursachte auch das lauteste Geräusch der Welt.

Noch in 4800 Kilometern hörbar

Im August 1883 verursachte der Ausbruch auf der Insel Krakatau, zwischen Java und Sumatra gelegen, eine Naturkatastrophe globalen Ausmaßes. Der größte Knall der Eruption war sogar noch in 4.800 Kilometern Entfernung zu hören – in Regionen, in denen der Schall erst vier Stunden später ankam. Dabei wurde die Insel, die aus den drei Vulkangipfeln Rakata, Danan und Perbuwatan bestand, fast gänzlich zerstört. Die dabei entwichenen Gase änderten das Weltklima nachwirkend.

Ein Knall mit Folgen

Über die tatsächliche Lautstärke kann heute nur gemutmaßt werden. Allerdings geht aus Aufzeichnungen hervor, dass in 160 Kilometern Entfernung noch ein Schalldruck von 180 dB gemessen werden konnte. Auch heute beschäftigt sich die Wissenschaft noch mit dem damals erzeugten Druck.
Bei der Explosion schleuderte Krakatau 18 Kubikkilometer Asche und Gestein rund 25 Kilometer in die Höhe. Unglaubliche Tsunamis waren die Folge, wodurch mehr als 40 Meter hohe Flutwellen über das Wasser fegten. Insgesamt rund 160 Dörfer an den Küsten der umliegenden Inseln wurden zerstört, wobei mehr als 36.000 Menschen ihr Leben verloren. Die Luftdruckwelle der Explosion war so gewaltig, dass sie sogar noch fünf Tage später und nach sechs Erdumläufen messbar war. Schätzungen besagen, dass die Sprengkraft des Ausbruchs ungefähr 200 bis 2.000 Megatonnen TNT entsprochen hat – in etwa dem 10.000 bis 100.000-fachen der Hiroshima-Atombombe.

Aktives “Vulkan-Kind”

Vulkan

Nachdem bei dem Ereignis zwei Drittel der Vulkaninsel im Wasser versanken, erhebt sich 1927 an der gleichen Stelle ein neuer Vulkan aus dem Meer. Anak Krakatau, das sogenannte „Kind von Krakatau“, ist heute mehr als 450 Meter hoch und wächst stetig weiter. In den letzten Jahren wurden mehr als 100 Ausbrüche des Krakatau-Kindes vermerkt. Durch diese Aktivität wird regelmäßig die natürliche Spannung abgebaut – und ein Superausbruch wie in der Vergangenheit deshalb unwahrscheinlicher.

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