Oft haben wir genug vom Lärm in der Stadt oder dem hohen Geräuschpegel des Alltags. Ein ratternder Rasenmäher verursacht rund 70 Dezibel, der hupende Autofahrer morgens im Stau ca. 90 Dezibel – und bis zu 120 Dezibel Lärm richtet ein vorbeifahrender Rettungswagen mit Sirene aus. Wenn Sie neben einem startenden Düsenjet auf dem Rollfeld stehen, müssten Sie sogar mehr als 130 Dezibel über sich ergehen lassen. Eine Lautstärke, die bereits als schädlich eingestuft wird.


Wir sind in unserem privaten Alltag mit einer permanenten, starken Geräuschkulisse konfrontiert, teils sogar im beruflichen Umfeld. Im Gegenteil zu einem anderen Lebensumfeld aber ist das vergleichsweise gar nichts. Noch lauter wird es nämlich unter Wasser: Da Wasser eine höhere Dichte aufweist, können sich Schallwellen hier nicht so schnell bewegen und erreichen somit eine höhere Lautstärke. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die drei lautesten Tiere der Welt unter Wasser leben.

Laute Unterwasserwelt

Pistolenkrebs

Der gerade mal 5 cm große Pistolenkrebs kann einen Knall erzeugen, der mehr als 220 Dezibel beträgt – damit gilt er als das lauteste Tier der Welt! Das kleine, garnelen-artige Lebewesen wohnt vorwiegend in tropischen und subtropischen Gewässern und ist bekannt für seine Scheren, seine „Waffen“. Diese für ihn überlebenswichtigen Werkzeuge funktionieren wie ein Revolver. Er krallt sich seine Beute mit der linken Schere, rechtsseitig entsichert er seinen „Revolver“ und schießt. Dabei schnappt seine Schere in weniger als einer Millisekunde zu. So erzeugt er eine Druckwelle mit Blasen, die so heiß sind wie die Sonne (4.700 Grad) – und setzt seine Opfer damit schlagartig außer Gefecht.

Der Pottwal gilt als Schreihals des Ozeans und ist mit Ruflauten von bis zu 200 Dezibel das zweitlauteste Tier auf unserem Planeten. Er verständigt sich mittels Klicklauten. Die Töne dienen erstens zur Kommunikation mit Artgenossen, zweitens aber auch zur Echoortung, also zum Aufspüren potenzieller Beute. Dabei sendet der Pottwal Klicks aus, wartet auf ein Echo und erkennt somit, wo sich seine potenzielle Beute befindet. Durchschnittlich gibt er ein bis zwei Klicks pro Sekunde ab, wenn er aber ein “Opfer” – beispielsweise einen Tintenfisch – geortet hat, können es auch bis zu 200 Klicks pro Sekunde sein.

Auch das drittlauteste Tier der Erde gehört zur Gattung der Wale. Der Blauwal gilt mit seiner Größe nicht nur als schwerstes und größtes Lebewesen der Erde, sondern kann auch beachtlich laut werden. Sein Blauwal-Gesang wird bis zu 188 Dezibel laut – und ist selbst in 850km Entfernung noch zu hören! Übrigens verfügt der Blauwal auch über ein äußerst gutes Gehör, das bis zu 1600km Entfernung weit reicht.

Lärm außerhalb des menschlichen Frequenzbereichs

160 Dezibel sind für das menschliche Trommelfell bereits schädlich. Warum werden wir dann bei den schrillen Tönen dieser Tiere nicht taub? Der Grund: Aufgrund von unterschiedlichen Frequenzen können wir Menschen die meisten tierischen Laute gar nicht wahrnehmen. Wir hören Geräusche, die auf Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hertz liegen. So werden wir beispielweise nie die „Geheimsprache“ der Elefanten hören. Sie unterhalten sich nämlich bei einer Frequenz von gerade mal 20 Hertz, mittels Infraschall-Lauten. Auch der Ruf der Fledermaus wird für uns in seiner ganzen Fülle wohl niemals zu hören sein – kein Wunder bei einer Frequenz von bis zu 100.000 Hertz. Obwohl der Hörsinn einiger Tiere jenen der Menschen bei Weitem übertrifft, beruht dieses Defizit aber auf Gegenseitigkeit: Viele Tiere registrieren Töne nicht, die wir Menschen gut hören können.

Wale

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