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Krankenkasse zahlt Rauchmelder für Gehörlose

Am 1. Juli 2016 führt das Land Brandenburg als letztes Bundesland die Rauchmelderpflicht für Neubauten ein. In allen anderen Bundesländern (außer in Berlin und Sachsen) ist der Einbau von Rauchmeldern sogar schon im Rahmen von Umbaumaßnahmen Pflicht. Menschen mit starker Hörminderung können die Anschaffung eines Spezial-Rauchmelders über die Krankenkasse abrechnen lassen.

Die Gefahr eines Brandes wird durch die bierdeckelgroßen Helfer zwar nicht gebannt, allerdings wird das Risiko einer lebensbedrohlichen Rauchvergiftung deutlich verringert. Es wird daher empfohlen, alle Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Fluchtwege (z. B. den Flur) mit Rauchmeldern auszustatten. Um einen falschen Alarm zu vermeiden, ist es jedoch ratsam, in Küche und Badezimmer auf den Einsatz der kleinen Lebensretter zu verzichten. Denn Rauchmelder reagieren nicht allein auf das lebensgefährliche Kohlenmonoxid. Sie können auch beim Duschen oder Kochen auf Grund von Partikelbildung in der Luft oder durch intensiven Zigarettenrauch ausgelöst werden.

Spezielle Rauchmelder für Menschen mit Hörverlust

Im Falle eines Brandes reagiert der Rauchmelder mit einem schrillen Pfeifton. Für Menschen mit einem starken Hörverlust ist so ein Gerät oftmals keine große Hilfe. Daher wurden spezielle Lichtsysteme entwickelt, die über eine Funkverbindung mit dem Rauchmelder gekoppelt werden. Über ein sogenanntes Stroboskopmodul werden so äußerst intensive Lichtblitze ausgegeben, die selbst mit geschlossenen Augen wahrgenommen werden können. Außerdem besteht die Möglichkeit, dieses System um ein Vibrationskissen zu erweitern. Dieses kann dann zum entspannten Fernsehabend auf das Sofa oder aber auch in der Nacht für einen ruhigen Schlaf unter das Kopfkissen gelegt werden.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Mit 260 € aufwärts ist so ein Mindestschutz-Set allerdings alles andere als ein Schnäppchen. Daher entschied das Bundessozialgericht in einem Urteil vom 18. Juni 2014: Die Kosten für spezielle Rauchmelder für Menschen mit einem Hörverlust müssen von der Krankenkasse übernommen werden. Diese Rauchmelder dienen nämlich dem grundlegenden Bedürfnis nach Sicherheit und eigenständigem Wohnen und werden entsprechend nach §33 SGB als Hilfsmittel anerkannt. Mit einer entsprechenden vertragsärztlichen Verordnung für einen Spezial-Rauchmelder steht der Kostenübernahme durch die Krankenkasse nichts mehr im Weg.

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