Druck auf den Ohren und was Sie tun können

Klingt alles ein bisschen taub? Haben Sie das Gefühl, dass irgendetwas von innen Druck auf Ihr Trommelfell ausübt, wie im Flugzeug nach dem Starten oder wenn Sie im Schwimmbad zu tief tauchen – nur schlimmer? Möglicherweise leiden Sie unter Ohrendruck oder unter einem sogenannten Barotrauma. Dieser Artikel gibt Ihnen Tipps, wie Sie den Druck endgültig beseitigen und was genau Sie tun können, wenn Sie bereits an einer dauerhaften Hörminderung leiden. Sollten Sie älter als 55 Jahre sein, wäre es ratsam, sich von einem Arzt untersuchen lassen, um festzustellen, ob Sie vielleicht bleibende Schäden haben.

Ohrenfülle, Ohren-Barotrauma oder verstopfte Ohren: Das Phänomen kann auf verschiedene Arten beschrieben werden. Darüber hinaus wird ein Druckgefühl in den Ohren häufig mit verstopften Nasennebenhöhlen, mit Halsschmerzen oder sogar mit Tinnitus in Verbindung gebracht. Woher wissen Sie, was auf Sie zutrifft?

Viele Menschen, die unter verstopften Ohren leiden, könnten irgendwann einen Hörverlust im betroffenen Ohr erleiden – denn die Symptome erweisen sich in der Regel als nur leicht bis mittelschwer. Haben Sie einen Hörverlust infolge eines Ohr-Barotraumas, wird Ihr Hörvermögen in den meisten Fällen zurückkehren. Der Hörverlust ist oft nur vorübergehend und somit reversibel. Sollten die Symptome nicht abklingen, sollten Sie stets der Ursache Ihrer Beschwerden auf den Grund gehen und einen Arzt aufsuchen. Der folgenden Artikel helfen wir Ihnen dabei, Ohrendruck und seine Symptome zu verstehen.

Wie entlasten Sie Ihre Ohren?

Gibt es Techniken, die Sie selbst anwenden können, um Ihr Leiden zu lindern? Neben den bekannten und gebräuchlichen Methoden des Gähnens oder Kaugummikauens kann ein Ohr-Barotrauma folgendermaßen „behandelt“ werden:

  • Atemübungen durchführen.
  • Ein abschwellendes Mittel nehmen.
  • Sich bei Schwindel hinlegen.
  • Ein Antihistaminikum einnehmen.

Wenn Ihr Ohrendruck mit einer anhaltenden Erkältung oder Grippe einhergeht, sind folgende Hausmmittel ratsam:

  • Halten Sie Ihre Nasenwege frei und feucht, zum Beispiel durch ein salzhaltiges Nasenspray. Dies nimmt den unmittelbaren Druck sowohl von den Nebenhöhlen als auch von den Ohren.
  • Sorgen Sie mithilfe eines Luftbefeuchters für feuchte Raumluft.
  • Falls nötig, versuchen Sie es mit Ibuprofen oder Naproxen, um eventuelle Schmerzen zu lindern.
  • Vermeiden Sie extreme Druck- sowie Temperaturänderungen. Halten Sie Flüssigkeiten warm bis lauwarm, und vermeiden Sie krasse Wechsel zu extremer Kälte.

Die Diagnose Ohr-Barotrauma oder Ohrendruck als Begleiterscheinung bei verstopften Nasennebenhöhlen ist eine Sache. Es gibt hingegen auch ernstere Fälle, die eine Operation erfordern. In der Regel sind die Gründe dafür eine Zyste, die nicht rechtzeitig entleert wurde, ein chronisches Barotrauma oder aber eine starke Belastung der sogenannten Tympanostomie- bzw. Ohrkanülen.

Meist weist Ohrendruck auf eine Veränderung der äußeren Umgebung hin. Wenn aber anhaltende, sich steigernde Schmerzen, Grippe- und andere körperliche Symptome hinzukommen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Nach einer entsprechenden Diagnose kann dieser Ihnen eindeutig sagen, ob eine Therapie mit Antibiotika notwendig ist, oder ob eine Operation den durch Flüssigkeit bedingten Druck im Innenohr beheben kann.

Wie entsteht Druck auf den Ohren?

Eine Änderung des Luftdrucks kann einen Ohrendruck in Ihren Ohren verursachen. Man nennt dies ein Ohren-Barotrauma. So wie ein Barometer Veränderungen des Luftdrucks misst, nimmt das Ohr Unterschiede in seiner äußeren Umgebung wahr.

Obwohl es rein körperlich betrachtet nicht besonders groß ist, zeigt sich die „Ausstattung“ des Innenohrs so wirksam wie ein leistungsstarker Mechanismus. Dieser hält uns im Gleichgewicht und ist eng mit dem Geruchssinn, dem Tastsinn sowie der Fähigkeit, heiß und kalt zu spüren, verbunden.

Ein Barotrauma ist mithin jenes unangenehme Gefühl, das auftritt, wenn Ihr Ohr eine Druckänderung wahrnimmt. Stellen Sie sich vor, wie Sie das letzte Mal im Flugzeug saßen: Wenn es startet und landet, steigen Sie auf und ab, und dies verändert auch den Luftdruck. Beim Übergang vom Boden in die Luft kann Ihr Innenohr, die Eustachische Röhre, blockiert werden oder empfindlich auf Änderungen des Luftdrucks reagieren.

Dasselbe geschieht beim Tauchen. An Land hält der Körper sein Gleichgewicht. Unter Wasser ist der Druck jedoch größer, was auch mehr Druck auf das Innenohr bedeutet. Säuglinge und Kleinkinder erleben diese Veränderung besonders häufig und intensiv, was allerdings selten Anlass zur Sorge gibt.

Ein weiterer Grund, warum Sie einen unangenehmen Ohrendruck verspüren, kann eine Erkältung oder eine Grippe sein und damit verbunden die Tatsache, das Sie rundum verstopft sind. Das System von Röhren und Kanälen, aus denen Ihre Ohren bestehen, ist auf komplizierte Art mit Hals und Nase verknüpft (weshalb ein Spezialist, der diesen Bereich behandelt, als „HNO“ – oder „Hals – Nasen – Ohren – Arzt“ bezeichnet wird); die Beschaffenheit von Kopf und Hals sind miteinander verwandt).

Wenn Ihre Nasennebenhöhlen sich dicht anfühlen, kann dies ebenfalls zu Ohrendruck oder verstopften Ohren führen. Normalerweise erleben Sie dabei ein dumpfes Gefühl im Ohr oder sogar ein leichtes Pochen, das vom Zentrum des Ohrendrucks ausgeht.

Es gibt weitere potentielle Ursachen für Druck in Ihren Ohren: Zum einen könnte tief im Ohr Ohrenschmalz festsitzen. Weiterhin ist es möglich, dass verschiedene Teile des Ohrs entzündet sind.

Dies bedeutet ein Ungleichgewicht oder aber ein Überschuss an Flüssigkeit – Letzteres wird auch als Hydrops bezeichnet. Darüber hinaus könnte es sich um eine Otitis media, also eine Mittelohrentzündung, um ein Tensor-Tympani-Syndrom, eine Belastung der Mittelohrmuskulatur durch kontinuierlichen Lärm, und nicht zuletzt um Cholesteatome handeln (gutartige Zyste aufgrund chronischer Ohrinfektionen).

Folgen von Druck auf den Ohren

Von Unwohlsein bis hin zu völliger Orientierungslosigkeit – Ohrendruck kann eine ganze Reihe unangenehmer Begleiterscheinungen auslösen.

Im Falle eines Ohr-Barotraumas liegt besagtes Unwohlsein hauptsächlich in der direkten Auswirkung auf die Eustachische Röhre begründet. Diese ist nämlich für den Tastsinn und für die Aufrechterhaltung des Druckgleichgewichts verantwortlich. Das Druckgefühl selbst wird durch einen unterschiedlichen Luftdruck innen und außen verursacht. Was unser Gehirn als Unbehagen oder als eine aus dem Gleichgewicht geratene Situation wahrnimmt, versucht unser Innenohr, automatisch auszugleichen.

Höhenunterschiede, die Ihrer Kontrolle unterliegen, treten bei Aktivitäten wie etwa Tauchen oder Klettern und Wandern auf. Hier sollten Sie sich jeweils langsam aufwärts und abwärts bewegen und Ihren Ohren Zeit lassen, um sich anzupassen. Ein Ohr-Barotrauma kann außerdem die Wahrscheinlichkeit eines leichten Nasenblutens erhöhen.

Wenn Sie im Flugzeug sitzen, können Sie versuchen zu gähnen oder Kaugummi zu kauen, denn dies kann den Druck sofort lindern und ein erlösendes „Ploppen“ in Ihren Ohren hervorrufen.

Ein durch verstopfte Nasennebenhöhlen verursachter Ohrendruck löst mitunter zahlreiche weitere Empfindungen aus, darunter: Benommenheit, Schmerzen, dumpfes Hören und manchmal sogar Schwindel aufgrund eines gestörten Gleichgewichts im Innenohr. Dies gilt insbesondere für Innenohrentzündungen.

Einige hartnäckige und gravierende Fälle von Ohrinfektionen wie etwa eine Mittel- oder eine Außenohrentzündung oder aber ein Cholesteatom führen unter Umständen zu Meningitis. Unbehandelte Zysten schließlich können eine Infektion der empfindlichen Gehörknöchelchen oder sogar jener Knochen, die das Gehirn schützen, nach sich ziehen und in einen dauerhaften Hörverlust münden.

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