Kennen Sie bereits diese Akustischen Täuschungen?

Die meisten Menschen wissen, dass man sich nicht immer auf seine Sinneswahrnehmungen verlassen kann. Ein bekanntes Phänomen sind optische Täuschungen, bei denen die Illusion von Räumlichkeit oder Größenverhältnissen eine Rolle spielt. Schöne Darstellungen wie die von MC Escher sind so beliebt, dass sie als Kunstpostkarten oder Kalender eine weite Verbreitung finden. Weniger bekannt ist, dass es auch akustische Täuschungen gibt. Unsere Ohren nehmen die Töne der Umgebung wahr, jedoch werden diese manchmal anders interpretiert, als sie in Wirklichkeit sind. Wir stellen Ihnen hier einige interessante Beispiele vor.

Die Verdeckung von Tönen

Hört man gleichzeitig zwei Töne, die sich in ihrer Höhe nur wenig unterscheiden, so nimmt man nur den lauteren Reiz bewusst wahr. Dazu muss einer der Töne wesentlich lauter sein als der andere. Diese akustische Täuschung machten sich die genialen Erfinder des MP3-Formates zunutze. Sie stellten fest, dass man beim Abspielen von Musik einen Teil der Töne einfach weglassen kann, da der Mensch diese Töne sowieso kaum wahrnimmt. Für die Digitalisierung und die Datenübertragung spielt dieser Prozess eine große Rolle - die kleineren Dateien lassen sich mit minimalem Platzbedarf speichern und schneller im Internet übertragen.

Shepard Skala

Die Shepard Skala beschreibt ein akustisches Phänomen, bei dem mehrere unterschiedliche Töne zugleich abgespielt werden. Durch einen zeitlich versetzten Wechsel der Lautstärke kommt es den Zuhörern so vor, als würde eine Tonleiter abgespielt. Dabei hört man immer die gleichen Töne, nur hat jeder eine andere Lautstärke. Es gibt sehr schöne Klangbeispiele dafür und die Effekte haben etwas Futuristisches. Der ungarische Komponist György Ligeti ahmte diese Täuschung in einem seiner Klavierstücke nach. Auch bei bestimmten Melodien von Orgelpfeifen kann es zu dem schwebenden Klangerlebnis kommen.

Hier ein Beispiel des McGurk Effekts:

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Eine mysteriöse Melodie

Die amerikanische Musikpsychologin Diana Deutsch entdeckte bei ihren Forschungsarbeiten, dass man willkürlich gewählte Bruchstücke einer Melodie ohne einen passenden Kontext meist nicht erkennen kann. Wurde jedoch das komplette Musikstück einmal abgespielt, kann man auf einmal aus den Bruchstücken die gesamte Melodie zusammensetzen. Unser Gehirn ergänzt die fehlenden Passagen, sodass man im Kopf das ganze Lied hört, obwohl nur einzelne Töne wahrnehmbar sind.

Stereofonie für einen Raumklangeffekt

Mit der Stereofonie ist es möglich, einen Raumklangeffekt zu erzeugen. Man hat eigentlich nur zwei Lautsprechersysteme, von denen die Töne wiedergegeben werden. Durch eine geschickte Ansteuerung ist es möglich, die Illusion zu erzeugen, als würde sich die Schallquelle an einer anderen Stelle im Raum befinden als die Lautsprecher. Diesen Effekt nutzt man bei Konzerten oder im Kino. Besonders interessant wird er bei 3D-Animationen, welche zu dem räumlichen Klangerlebnis noch die optische Illusion eines räumlichen Bildes hinzufügen. Dadurch, dass die Geräusche an den richtigen Stellen platziert werden, wirkt das Ganze noch realistischer, sodass man manchmal kaum noch zwischen Film und echter Umgebung unterscheiden möchte.

McGurk Effekt

Sind Sie sich immer sicher, genau zu hören, was jemand spricht? Dann probieren Sie einmal den McGurk Effekt aus. Bei dieser akustischen Täuschung überlagern optische Wahrnehmungen das Hörerlebnis. Je nachdem, welche Bewegungen die sprechende Person mit ihrem Mund ausführt, glaubt man, unterschiedliche Worte zu hören. Dabei ist die hinterlegte Klangfolge immer gleich. Man stellt fest, dass man damit unbewusst Lippen lesen kann, auch wenn es zu einem genauen Erkennen der Worte ohne Ton sicher noch eine Menge Übung benötigt.

Hier ein Beispiel der Shepard Skala:

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Klingeln im Ohr - der Tinnitus

Eine sehr unangenehme akustische Täuschung ist der Tinnitus. Dieser Effekt bezeichnet Phantomgeräusche, die man als Betroffener zwar hören kann, die es aber in der Umgebung gar nicht gibt. Ein Tinnitus kann als sehr störend empfunden werden, wenn er sich dauerhaft eingenistet hat. Als Auslöser werden Stress, Traumata des Gehörs durch kurz- oder langfristige Überlastung oder Unfälle angesehen. Man kann einen Tinnitus mit psychologischen, physiologischen und medikamentösen Therapien behandeln. Zudem helfen Hörgeräte bei der Behandlung von Tinnitus.