Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung

Symptome, Verlauf, Dauer – alles was Sie wissen sollten

Ohrenschmerzen, Druckgefühl und Hörprobleme können bei einer akuten Mittelohrentzündung Symptome sein. Besonders häufig betroffen sind Kinder, Kleinkinder und Babys. Falls Sie unter Symptomen einer Mittelohrentzündung leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um bleibenden Gehörschäden vorzubeugen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Mittelohrentzündung (Fachbegriff: Otitis media acuta).

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  • Mittelohrentzündung-Komplikationen
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Wie sehen bei einer Mittelohrentzündung Symptome aus?

Eine Mittelohrentzündung ist immer mit heftigen Ohrenschmerzen verbunden, die oft pulsierend auftreten. Häufig fühlen sich Betroffene schlapp und krank oder haben Fieber. Neben einem Druck- und Völlegefühl im Ohr können kann Tinnitus auftreten. Gleichzeitig hören sich Klänge in der Außenwelt dumpf an und die Hörfähigkeit ist insgesamt eingeschränkt.

Weitere Symptome bei einer Mittelohrentzündung:

  • Schwächegefühl
  • Rötung und Schwellung hinter dem Ohr
  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Flüssigkeit hinter dem Trommelfell
  • Riss oder Loch im Trommelfell
  • Ausfluss von Flüssigkeiten aus dem Ohr

Ist eine Mittelohrentzündung ansteckend?

Ob eine Mittelohrentzündung ansteckend ist, hängt von den konkreten Begleitsymptomen ab. Für sich allein genommen ist eine Mittelohrentzündung eigentlich nicht ansteckend. Wenn die Mittelohrentzündung allerdings Folge einer Erkältung ist, so kann diese Erkältung ansteckend sein.

Daher sollten Sie bei einer Mittelohrentzündung mit gleichzeitigen Erkältungssymptomen besonders vorsichtig im direkten Kontakt mit Ihren Mitmenschen und vor allem beim Umgang mit Babys und Kindern sein.

Hörproblem

Wie lange dauert eine Mittelohrentzündung?

Treten keine Komplikationen auf, klingt eine akute Mittelohrentzündung bei Erwachsenen und Kindern nach etwa 7–9 Tagen ab. Sind bei einer Mittelohrentzündung Verlauf und Dauer auffällig, kann es zu langfristigen Komplikationen kommen. Wenn eine Mittelohrentzündung innerhalb von 6 Monaten dreimal auftritt, oder innerhalb von 12 Monaten viermal, spricht man von einer wiederkehrenden Mittelohrentzündung.

Besteht die Mittelohrentzündung durchgängig über mehr als zwei Monate, handelt es sich um eine chronische Mittelohrentzündung.

Betrifft eine Mittelohrentzündung Baby oder Kleinkind: Was tun?

Wenn Ihr Baby oder Kleinkind eines der folgenden Symptome hat, kann eine Mittelohrentzündung vorliegen:

  • ansteigende Körpertemperatur
  • Fieber über 39° Celsius
  • das Kind fasst sich ständig an das Ohr
  • Schmerzen in der Bauchgegend

Eine Mittelohrentzündung ist bei Babys oder Kleinkindern nicht ungewöhnlich. Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind am häufigsten von einer
akuten Mittelohrentzündung betroffen. Im ersten Lebensjahr machen 50 % der Säuglinge eine Mittelohrentzündung durch, im dritten Lebensjahr sind es dann sogar 80 %.

Die größte Gefahr dabei ist, dass die Beschwerden der Kinder nicht ernst genommen werden und die Krankheit verschleppt wird. Das kann in eine chronische Mittelohrentzündung münden oder zu einer andauernden Schwerhörigkeit kommen. Suchen Sie daher bei oben genannten Symptomen am besten Zeitnah einen Kinderarzt auf.

Bei Babys und Kleinkindern, die häufiger eine Mittelohrentzündung haben, kann es auch zu einer Vergrößerung der Rachenmandeln kommen. In einem solchen Fall sollte anhand folgender Anzeichen überprüft werden, ob ein Entfernen der Mandeln sinnvoll ist:

  • Probleme beim Atmen durch die Nase
  • Ansammlung von Flüssigkeit hinter dem Trommelfell
  • Mehrere Mittelohrentzündungen innerhalb eines Jahres

Wie wird eine Mittelohrentzündung bei Erwachsenen diagnostiziert?

Tritt eine Mittelohrentzündung bei Erwachsenen auf, begutachtet der Hals-Nasen-Ohren-Arzt das Trommelfell und führt einen Hörtest durch. Dann entscheidet er, ob eine Behandlung nötig ist und wenn ja, welche.

 

Wie wird eine Mittelohrentzündung bei Erwachsenen behandelt?

Zunächst behandelt der Arzt bei Erwachsenen in den ersten 1–2 Tagen allein die Symptome der Mittelohrentzündung, zum Beispiel durch die Verabreichung von Schmerzmitteln und Nasenspray zum Abschwellen der Schleimhäute. Tritt in diesem Zeitraum keine Verbesserung der Entzündung ein, können Antibiotika eingesetzt werden. Ein Abstrich und eine anschließende bakteriologische Untersuchung werden nur bei immunschwachen Erwachsenen und bei Erkrankten durchgeführt, die trotz Antibiotikatherapie keine Besserung aufweisen. Mithilfe der bakteriologischen Untersuchung kann der genaue Krankheitserreger bestimmt und damit ein gezieltes Antibiotikum eingesetzt werden. Vor der Therapie müssen Ohrenschmerzen auslösende Krankheiten wie Diabetes oder Allergien berücksichtigt werden

Welche Hausmittel helfen gegen eine Mittelohrentzündung bei Erwachsenen?

Bewährt haben sich bei Mittelohrentzündung Zwiebel – Säckchen. Dafür schälen Sie eine Zwiebel und schneiden sie klein. Füllen Sie die Zwiebelwürfel in ein dünnes Stofftuch oder ein Säckchen, sodass nichts herausfallen kann. Anschließend erwärmen Sie den Beutel vorsichtig, zum Beispiel über Wasserdampf, zwischen zwei Wärmflaschen oder auch in der Mikrowelle. Auch möglich: Braten Sie die Zwiebelwürfel vor dem Einfüllen kurz in einer Pfanne an. Doch Vorsicht, das Säckchen darf auf keinen Fall zu heiß sein, wenn Sie es anwenden. Legen Sie das Säckchen so auf das Ohr, dass auch der Schädelknochen hinter der Ohrmuschel bedeckt ist. Die Wärme in Kombination mit Inhaltsstoffen der Zwiebel schafft Linderung.

Um die Wirkung voll zu entfalten, sollte es mindestens eine halbe Stunde auf dieser Stelle bleiben, gerne auch länger. Um das Säckchen auf dem Ohr zu fixieren, können Sie eine Mütze, ein Stirnband oder auch ein umgebundenes Handtuch verwenden. Die Anwendung kann bei Bedarf zwei- bis dreimal täglich wiederholt werden.

Außerdem sollten Sie bei einer akuten Mittelohrentzündung in jedem Fall viel Flüssigkeit zu sich nehmen, zum Beispiel Wasser oder Tee.

Welche Komplikationen können bei einer Mittelohrentzündung auftreten?

Generell sind Komplikationen bei einer Mittelohrentzündung selten. Treten allerdings doch welche auf, können sie die Gesundheit stark beeinträchtigen. Eine relativ häufige Komplikation ist die Entzündung des Knochens hinter der Ohrmuschel, des sogenannten Warzenfortsatzes.

Ärzte sprechen in diesem Fall von einer akuten Mastoiditis, die sich durch eine Rötung und eine wechselhafte Schwellung der Haut an der betreffenden Stelle zeigt. Häufige Mittelohrentzündungen bringen außerdem die Gefahr für einen chronischen Verlauf mit sich. Dadurch kann das Trommelfell vernarben und auch die Gehörknöchelchen können Schaden nehmen. Diese sind nur wenige Millimeter groß und können durch eine chronische Mittelohrentzündung verwachsen oder auch zerstört werden. Beides kann wiederum eine bleibende Hörstörung zur Folge haben, weswegen bei den ersten Anzeichen dringend ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden sollte.

Können bei einer Mittelohrentzündung Hörgeräte getragen werden?

Eine chronische Mittelohrentzündung kann zu Hörverlust führen. Hörgeräte verhelfen in diesem Fall zu mehr Lebensqualität. Während einer Mittelohrentzündung sollten Träger von Hörgeräten allerdings Folgendes beachten: Liegt eine chronische Mittelohrentzündung vor, sind In-dem-Ohr-Hörgeräte und Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte mit geschlossener Otoplastik (Ohrverschluss) ungünstig. Zu empfehlen ist eine „offene Hörgeräteversorgung“ mit Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten, die einen dünnen Schlauch ins Ohrinnere führen. So bleibt das Ohr ausreichend belüftet. Eine Mittelohrentzündung kann jedoch nicht durch Hörgeräte verursacht werden, da die Infektion in der Regel über den Mund- und Rachenraum verläuft.

Was sind die Ursachen für eine Mittelohrentzündung?

Eine akute Mittelohrentzündung kann auf verschiedene Art und Weisen entstehen:

  • Eine Infektion des Nasen-Rachen-Raums gelangt über die Ohrtrompete (Tuba auditiva) in das Mittelohr
  • In manchen Fällen gelangen die Krankheitserreger über eine Verletzung des Trommelfells von außen direkt ins Mittelohr
  • In sehr seltenen Fällen können Krankheitserreger aus der Blutbahn in das Mittelohr gelangen

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Ursachen, die an der Entstehung einer Mittelohrentzündung beteiligt sind:

  • Verstopfung der Ohrtrompete, zum Beispiel bei Erkältungen
  • Eine gegenwärtige oder vorangegangene Infektion der oberen Atemwege

Welche Erreger können eine Mittelohrentzündung hervorrufen?

Folgende Bakterien und Viren können ursächlich für eine Mittelohrentzündung sein:

  • Streptococcus pneumoniae: Kann eine Lungenentzündung auslösen
  • Haemophilus influenzae: Ruft eine fieberhafte Entzündung des Nasenrachenraums hervor
  • Beta-hämölysierende Streptokokken: Kann besonders bei Frühgeborenen zu einer Blutvergiftung, Hirnhaut- oder Lungenentzündung führen

In seltenen Fällen ist es möglich, dass Grippeviren der Grund für eine akute Mittelohrentzündung sind.

Dabei wird von einer sogenannten Grippeotitis gesprochen, die die gefährlichste Form der akuten Mittelohrentzündung ist, da sie mit der Ertaubung des Ohres enden kann.

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